bis 1948

Richtspruch
Schloßturm Königsbrück
14. Februar 1998

Vor 3 x 100 Jahren da ward ein Turm erbaut,
der über unsre Ortschaft ganz majestätisch schaut.
Die Kirche ist's, die liebe, mit ihrem stolzen Turm,
die in der Zeiten Läufe getrotzt so manchem Sturm.

Ein zweiter Turm am Markte, der grüßt auch weit ins Land
und kündet von den Bürgern und ihrer fleiß'gen Hand.

Der dritte Turm am Kirchhof der mahnt dich inniglich,
vergiß oh lieber Bruder die kurze Spanne nicht,
die dir zu deinem Werke auf deinem Erdenweg
als ein Geschenk von oben in deine Hand gelegt.

3 Türme sah ich stehen und wußte doch bei mir,
das ganze Bild des Städtchens - das sind der Türme vier!

An nämlich dieser Stelle, da stand vor meiner Zeit
ein Türmchen - klein, bescheiden -
und doch im festen Kleid.

Das Türmchen unsres Schlosses, in alter Zeit erricht',
das kannten wir als Kinder - weils gar nicht da war - nicht.

Der Krieg war kaum vergangen, die Wunden klafften noch,
da riß man hier am Schlosse mutwillig noch ein Loch.

24.06.1998

Es war nicht nur ein Türmchen - es war der Heimat Bild,
was trotz so mancher Stimme gebrochen wurde wild.
Noch heute wollen wir danken den Männern, die mit Mut
vor dem Verderb bewahrt ham' manch andres Heimatgut!

So reifte der Gedanke - ,,Kann man denn wirklich nicht?
,,Ob man denn nicht doch könnte? -
,,Wird's gehen oder nicht?

Und plötzlich stand's vor Augen - es geht!
Nur Mut und ran!
Denn hinter dem Gedanken stehn weit're 60 Mann!
Die ham' mit ihrem Namen das auf's Papier gebracht,
was vomweg die Zweifler so gar nicht ham' gedacht.

So ist der Bau gediehen nun heute bis hinauf
und nehme auch in Zukunft noch seinen guten Lauf.
Die Balken sind gerichtet - der letzte Nagel rein,
gemauert und gezimmert nach alter Art ganz fein.


2003

Geb Gott, daß unsre Mühe durch langen Halt gelohnt
und daß der Bau vor Schaden werd' alle Zeit verschont.
Das wünschen wir und rufen, nun da der Turm im Lot,
nach altem Brauch und singen Nun danket alle Gott"!

Ein Hoch nun auf die Meuer, die manchen Stein verlegt
und auf die Zimmerleute, die's Holz zurechtgesägt.
Ein Hoch auf alle Helfer mit Herz und Hand und Geld.
Ein Hoch auf jeden Meckrer - daß er die Gusche hält!

Ein Hoch dem Bürgermeister - ein Hoch der ganzen Stadt,
die seit dem heut'gen Tage das Türmchen wieder hat.
Was viele kaum geglaubet - nun ist es wirklich wahr,
Gemeinschaftswerk von Bürgern - gemacht im Jubeljahr!

Erhebet drum die Gläser und trinkt sie freudig aus -
und wer am Bau geholfen, sei Gast am Hebeschmauß!

,,Zum Wohle"

Werner Lindner

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